Strangulation: Erhängen, Erdrosseln, Erwürgen

Als Strangulation bezeichnet man allgemein eine Kompression der Halsweichteile, v.a. der Hals- und Wirbelsäulengefäße. Dabei werden zunächst die Venen, dann die Arterien komprimiert. Werden nur die Venen komprimiert, kommt es zu Zyanose, Dunsung und Stauungsblutungen. Wird gleichzeitig auch die Blutzufuhr über die Arterien behindert, bilden sich diese Befunde nicht aus.

Erhängen bezeichnet die Kompression der Halsweichteile (Gefäße) durch ein ganz oder teilweise um den Hals gelegtes Strangwerkzeug, verursacht durch den Zug des Eigengewichts des Körpers. Man unterscheidet typisches von atypischem Erhängen. Wesentlichster Pathomechanismus ist der vollständige Verschluss aller Halsarterien, der zu einer Unterbrechung der zerebralen Blutversorgung führt. Das Erhängen ist eine der häufigsten Methoden des Suizids und zugleich eine der ältesten Hinrichtungsarten, es findet Verwendung bei Mordtatbeständen und kommt manchmal versehentlich bei bestimmten Praktiken vor, etwa im Rahmen eines autoerotischen Unfalls. Den Vollzug der Todesstrafe durch Erhängen nannte man auch "Richten mit trockener Hand" im Gegensatz zum Enthaupten, dem "Richten mit blutiger Hand". Die Tötung durch Erhängen erfordert – im Unterschied zum Enthaupten – kein besonderes Geschick, was die Suche nach Henkern und auch deren Ausbildung erleichterte. In der Regel erfolgte das Hängen mit geringen Fallhöhen, wobei sich die Schlingen nur langsam zuzogen und dem Verurteilten einen langen Todeskampf bescherten, der häufig als Massenspektakel galt.

Beim Erdrosseln wird ein Strangwerkzeug zirkulär um den Hals gelegt, das Zuziehen oder Verdrillen erfolgt manuell. Als Erwürgen bezeichnet man die Tötung durch Kompression des Halses mit den Händen. Todesursächlich ist in beiden Fällen die Kompression der Halsvenen bzw. der Verschluss der oberen Atemwege. Erdrosseln bezeichnet die Strangulation eines Lebewesens durch Zuziehen einer Schlinge. Wesentliches Unterscheidungsmerkmal zum Erwürgen ist die Zuhilfenahme eines Werkzeugs, beispielsweise einer Garrotte. Anders als beim Hängen ist das Ende des Werkzeugs nicht oberhalb des Körpers fixiert, sodass es sich sowohl um Selbst- als auch um Fremdtötung handeln kann. Je nach Form des Werkzeugs und Kompression werden die Venen, Arterien und Atemwege komprimiert. Zwar gibt es seltene Todesfälle durch Karotissinusreflex, meist tritt der Tod aber durch Atemstillstand und nicht durch die Unterbrechung des Blutstromes zum Gehirn ein. Der Begriff steht auch für eine Hinrichtungsmethode, die vor allem von der Antike bis ins Spätmittelalter hinein, in der DDR bis 1950 (siehe Waldheimer Prozesse) und in Westeuropa (Spanien) bis 1974 angewandt wurde. Meistens waren es Führer geschlagener Feinde, wie zum Beispiel Vercingetorix, die auf diese Weise hingerichtet wurden, da es als besondere Schmach galt, nicht den "würdigen Tod" eines Kriegers (auf dem Schlachtfeld) oder eines Ehrenmannes (durch Enthauptung) zu finden. Der Verurteilte saß oder stand mit dem Gesicht zum versammelten Volk, während ihm rücklings mit einer Schlinge, die mithilfe eines Stabes zusammengedreht wurde, der Kehlkopf zerquetscht wurde. Im antiken Rom jedoch war dies keine öffentliche Hinrichtung, da diese stets im Staatsgefängnis Carcer Tullianus unter Ausschluss der Öffentlichkeit vonstattenging. Der Hingerichtete wurde nach seinem Tod der Öffentlichkeit überlassen und nach einigen Tagen in den Tiber geworfen.

Erwürgen ist neben Erhängen und Erdrosseln eine der drei Formen der Strangulation. Anders als beim Erhängen oder Erdrosseln erfolgt diese Strangulation ohne Strang- oder Drosselwerkzeug, sondern durch Zusammendrücken des Halses durch die Hand oder die Hände oder den Arm. Im Gegensatz zum Erhängen und Erdrosseln tritt der Tod meist durch Ersticken, also durch Sauerstoffentzug, und nicht durch das Abschneiden der cerebralen Blutzufuhr und daraus resultierende Blutleere des Gehirns oder durch Genickbruch ein. Erstickungstod kann auch durch gewaltsames Zuhalten oder Bedecken der oberen Atemwege und des Rachens herbeigeführt werden. Postmortale Anzeichen für Erwürgen sind deshalb Brüche von Zungenbein und Kehlkopf und typische Würgemale am Hals. Diese liegen auch nicht beim sogenannten Burking, dem gleichzeitigen Zuhalten von Mund und Nase oder anderen Erstickungstoden ohne Fremdeinwirkung, vor. Suizid durch Erwürgen ist praktisch nicht möglich, da durch die eintretende Muskelerschlaffung auch der auf den Hals ausgeübte Druck aufgehoben wird. In seltenen Fällen mag trotzdem der Karotissinusreflex tödlich wirken. Unabsichtlich können Ertrinkende in Panik andere Personen u. a. durch Würgen in Gefahr bringen. Deswegen müssen Rettungsschwimmer neben Taktiken zur Vermeidung von Umklammerungen auch die Befreiung von einem Halswürgegriff und anderen Umklammerungen trainieren.

Ist Würgen eine gefährliche Körperverletzung?

Es geht maßgeblich um die Frage, ob es sich beim Würgen tatsächlich um eine das Leben gefährdende Behandlung handelte. Grundsätzlich muss dazu keine konkrete Lebensgefahr eingetreten sein, die Handlung muss lediglich abstrakt dazu geeignet gewesen sein. Laut BGH kommt es auf Dauer und Intensität des Würgens an. Ein leichtes Würgen begründet keine gefährliche, das Leben gefährdende Körperverletzung. Neben der einfachen und gefährlichen Körperverletzung gibt es im deutschen Strafrecht auch noch eine schwere Körperverletzung (§ 226 StGB). Dieser Tatbestand ist erfüllt, sobald die dort aufgezählten schweren gesundheitlichen Folgen, zum Beispiel Erblindung, dauerhafte Entstellung oder geistige Behinderung, eintreten. Die schwere Körperverletzung wird hoch bestraft. Hier droht eine Strafe zwischen einem und zehn Jahren Freiheitsstrafe.

Solltest Du von Gewalt betroffen sein, wende Dich bitte an die zahlreichen Hilfemöglichkeiten. Eine Auflistung der Angebote sind die beiden ersten Quellenlinks in der Videobeschreibung.

Links, Medien, Quellen

https://familienportal.de/familienportal/lebenslagen/krise-und-konflikt/krisetelefone-anlaufstellen

oder

https://www.sorgen-tagebuch.de/soforthilfe/notfalltelefone

Krisentelefonnummern und Hilfsangebote

https://de.wikipedia.org/wiki/Erdrosseln

Wikiartikel zu Erdrosseln

https://de.wikipedia.org/wiki/Erw%C3%BCrgen

Wikiartikel zu Erwürgen

https://de.wikipedia.org/wiki/Erh%C3%A4ngen

Wikiartikel zu Erhängen

https://viamedici.thieme.de/lernmodul/8684817/4959091/strangulation+erh%C3%A4ngen+erdrosseln+erw%C3%BCrgen

Medizinische Zusammenfassung

https://www.gabbypetitofoundation.org/strangulation

Strangulation Anzeichen an Menschen

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